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Narrenzunft Bingen e.V.
Gegründet im Februar 1967

Schon lange vor der Gründung der Narrenzunft gab es bereits „närrisches Treiben“ in Bingen durch verschiedene Gruppierungen, wie Fasnetsspieler oder Bräutler.

 

Heute hat die Narrenzunft Bingen etwa 400 aktive und passive Mitglieder, die sich auf zwei Maskengruppen sowie die Bräutlingsgesellen und den Zunftrat aufteilen.

Seit 1983 gehört die NZ Bingen zu den Gründungsmitgliedern des ALB-LAUCHERT-RINGS.

AUSZUG AUS DER SATZUNG VON 1967

Gruppen

Benger Schnäpper
Im Jahre 1395…
…als Bingen noch Freidorf war, hatte die männliche Jugend aus Bingen einen eigenartigen Brauch, fremde Burschen von Ihren Mädchen fernzuhalten. Am Felsen an der Lauchert standen sie und schnappten fremde „Eindringlinge“ und warfen sie in die Lauchert. Unten an der Kurve wurden sie dann wieder herausgefischt – so will es wenigstens die Überlieferung wissen.

Daher auch der Narrenruf „Benger-Schnäpper“ sowie die stilisierte Tracht der damaligen Zeit und als wichtigstes Attribut das Fischernetz, mit dem die großen und kleinen Fische aus der Lauchert gezogen wurden. Dominierend sind die Farben Blau-Rot-Gelb, entsprechend den Gemeindefarben im Wappen. 

Hans Hödiö
Der Räuber…

…der aus dem Welschland ausgestoßen wurde und auf den Schatzberg flüchtete. Er nahm den Bauern Hab und Gut, überfiel und beklaute jeden, der ihm über den Weg lief. Die Ritter im Lande taten sich zusammen, um Hans-Hödiö zu strafen. Sie brannten sein Haus nieder. Hans-Hödiö liegt seitdem verschüttet unter den Trümmern. Der Sage nach aber ruht er nicht. Er geistert durch die Wälder vom Schatzberg und lässt sein schreckliches „Hödiö“ ertönen. Daher ist auch der Narrenruf der Gruppe „Hans-Hödiö“.

Bräutlingsgesellen
Die Tradition des Bräutelns…

…geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Während der Fastenzeit wurde nicht nur das massige Essen und Trinken von den Kirchen verboten, sondern auch der eheliche Verkehr. Selbst Hochzeiten wurden in dieser Zeit nicht abgehalten. Deshalb nutzte man die Zeit nach dem Fasten und trug aus Freude die Braut mit einer gepolsterten Stange um den Ort.

Heute werden ausschließlich Männer „gebräutelt“, welche neu zugezogen, frisch verheiratet oder zum ersten Mal Vater geworden sind.

Zunftrat 
Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert…

…hatten die Freiherren von Hornstein die Zehntrechte und die Lehensherrschaft in Bingen inne. Der Zunftrat ist ein Relikt der 13 Edlen aus Hornstein.
Damit die Räte zur umgestalteten Zunft passten, wurde ihnen ein neues Häs angezogen, das 1998 nochmals verändert wurde. An der Spitze stand von 1995 bis 2019 der Zunftmeister Martin Will.

Chronik